„Abenteuer Ausbildung 2011“

Rückblick auf das Canon-Jahr

Anfang November veröffentliche ich immer einen Rückblick auf meinen Einstieg in die digitale Fotografie und damit auf das Fotografieren mit Canon. Erstveröffentlichungsort ist immer das dforum. Aber auch hier soll der Text nicht fehlen:

Canon-spezifisch

Bezüglich meiner Kamera- und Objektivmarke gibt es diesmal etwas mehr zu erzählen. Bereits im letzten Jahr berichtete ich ja, dass die 1 DsII durch einen Sturz beschädigt wurde. Tja, das ist sie immer noch, sie liegt unrepariert bei mir im Zahnarztschrank. Der Kostenvoranschlag von Seiten Canon belief sich auf 900 Euro, und das war mir zu viel bzw. überstieg praktisch den Marktwert. Daher habe ich nach einiger Überlegung Ausschau nach einer 1 Ds III gehalten und schließlich auch eine (über Ebay) ersteigert. Die stammte von einem Hamburger Berufskollegen und war dort sicher ordentlich im Einsatz. Trotz unbekannter Anzahl der Auslösungen habe ich die Kamera übernommen und dies bis heute nicht bereut: sie funktioniert sehr gut und zuverlässig. Unser Freund und Filmpartner Gert Wagner hat sie persönlich in Hamburg abgeholt und dann zu einer unserer gemeinsamen Produktionen mitgebracht. So konnte ich die Kamera gleich am nächsten Tag einsetzen…

Ansonsten gab es einiges an Ermüdungserscheinungen: Mein 24-70 musste repariert werden, und auch mein 17-40mm zeigte auf einmal Schwächen. Auch hier lautete das Verdikt vom CPS: Reparaturkosten über dem Zeitwert. Also habe ich das nicht machen lassen, sondern in das 16-35 II investiert. Alles in allem bereue ich die Investition nicht, das Objektiv hat gefühlt eine bessere Gesamtperformance.

Letzter Kandidat: aktuell liegt das 70-200mm beim CPS mit „wackelndem“ Tubus. Der Kostenvoranschlag beläuft sich auf 600 Euro. Auch kein Spaß… Aber hier werde ich wohl in den sauren Apfel beißen.

Und der letzte Kandidat ist einer meiner Handblitze: der ehrwürdige 550 feuert nur noch volle Leistung. Hmm, das bedeutet unerfreuliche Einschränkungen im Einsatz. Oder genauer: es bedeutet, dass ich ihn gar nicht mehr einsetze. Der 580er und der 430er reichen mir im Moment. Ob ich noch ein Gerät dazu hole, ist erstmal offen.

Die große Pechsträhne also in diesem Jahr? Ich bin eigentlich gar nicht so sehr schockiert. Man darf nicht vergessen, dass die Geräte über etliche Jahre in zum Teil wirklich rauhem Einsatz standen und sich sehr lange bewährt haben. Natürlicher Verschleiß? Tribut an die hohe Belastung? Ich sehe es so und zahle (zähneknirschend) die geforderten Summen für Reparatur bzw. Erneuerung des Materials.

Die Ds III hingegen ist gegenüber ihrer Vorgängerin ein großer Gewinn: besseres Rauschverhalten, höhere Auflösung und einige moderne Features wie Live-View erweitern die Möglichkeiten. Darüber hinaus ist es eine große Erleichterung, dass die Kamera das gleiche moderne Bedienkonzept wie meine 1D III aufweist, um Größenordnung logischer und anwenderfreundlicher, einfach flüssiger im Arbeitsalltag.

Workflow und Organisation

Ich glaube, fast jeder Fotograf arbeitet kontinuierlich an seinem Workflow und an der Organisation seiner Technik. Mir macht das jedenfalls richtig Spaß, und ich genehmige mir immer mal wieder einen entspannten Nachmittag irgendwo auf einem Parkplatz in einem Industriegebiet, um die Packordnung meiner Geräte (im Auto und in den Taschen) zu optimieren und mir neue geniale Lösungen einfallen zu lassen.

Noch viel einschneidender und aufregender für mich ist der Wechsel des Gefährts, das mich zu meinen Jobs bringt. Seit zwei wunderbaren Wochen habe ich meinen Kleinwagen-Kombi ursprünglicher tschechischer Provenienz durch einen Großraum-Kombi ursprünglich schwedischer Herkunft getauscht, und was soll ich sagen … Das Beste ist der Kofferraum. Das Zweitbeste die gute Audioanlage. Und nicht zuletzt: der phantastische Fahrkomfort auf langen Strecken. ****Schwärm****. Ein Traum.

Ein Hohelied auf’s Teamwork

Seit 2010 betreibe ich zusammen mit meiner Fotografen-Partnerin Silvia Steinbach eine gemeinsame Firma, die größere Medienprojekte zum Thema Zukunftstechnologien und Personalmarketing realisiert (www.ahrens-steinbach-projekte.de). Die Zusammenarbeit besteht jedoch schon seit 2008 und ist eine in vielen Situationen und Herausforderungen gereifte, verlässliche, belastbare und durch und durch positive Erfahrung. Wir sind gemeinsam auf Hochspannungsmasten geklettert, waren in Dutzenden von Werkstätten, in Kraftwerken, in unterirdischen Wasserspeichern und an vielen phantastischen Orten in Industrie und Technik, haben in Schweizer Hotelfachschulen tagsüber fotografiert und nachts Billard gespielt und haben viele, viele Stunden damit verbracht, unsere Arbeit und unsere Fotografie weiter zu entwickeln. Gegenwärtig realisieren wir für den DIHK Berlin eine gigantische Aufgabe, nämlich die, alle IHK-geprüften Berufe mit eindrucksvollen und informativen Bildern zu illustrieren. In den letzten Jahren haben wir gemeinsame Projekte für die IHK Köln, für den Deutschen Abbruchverband, für INEOS, für Siemens, für Liesegang, für GEO, für die Kliniken Köln und für diverse andere Auftraggeber realisiert – immer mit Freude, Spaß, gegenseitiger Hilfe und mit wechselseitigem Gewinn. Ich bin sehr dankbar für diese wunderbare Zusammenarbeit.

Das gleiche gilt für das Teamwork mit dem Meisterfotografen und -Filmer Gert Wagner (www.wingsfilm.com), der bei einigen Projekten zu unserer Fotoproduktion phantastische Filmbeiträge beigesteuert hat. Es ist eine Freude und eine Gnade, mit einem (reflektierten und erfahrenen) Könner zusammenzuarbeiten, sich auszutauschen und voneinander zu profitieren. Unsere gemeinsame Produktionsweise ermöglicht die nahezu gleichzeitige Erstellung von Fotos und Film – parallel und in fast der gleichen Zeit, als wenn wir nur für unsere jeweils eigenen Disziplinen unterwegs wären. Das ist eine tolle Erfahrung, die nicht nur wir goutieren, sondern auch unsere Kunden sehr zu schätzen wissen. Fast noch toller sind die Gespräche über Fotografie und Bildkunst. Gert hat in den 80er und 90ern für alle führenden Magazine (von Stern bis GEO) gearbeitet und war für große Konzerne und Agenturen als Fotograf tätig, ehe er ins Filmfach wechselte. In seinem verwunschenen Haus im hohen Norden treffen wir uns gelegentlich und schlagen uns eine lange und spannende Nacht um die Ohren, sprechen über Fotografie, über Bildwelten, über Arbeitsethik, über Verdichtung und Emotionalität, über die Symbolkraft von Bildern und wie man sie erreichen kann. Die magische Schollenküche und der prasselnde Kamin sorgen für das richtige Ambiente…. Danke, dass wir das miteinander erleben können!

Seit Januar begleitet uns unsere Auszubildende Aliki Monika Panousi. Eine motivierte Mitarbeiterin, die sich richtig reinhängt und uns auf vielen Produktionen essentiell unterstützt hat. Danke dafür!

Auch mit dem Lindlarer Fotografen Uwe Völker verbindet uns eine Allianz (www.triofoto.de). Gemeinsam realisieren wir Projekte für die Europäische Zentralbank. Technisch anspruchsvolle, herausfordernde und oft richtig frickelige Arbeit. Danke, Uwe, für die gute Zusammenarbeit und den gegenseitigen Austausch.

Und nicht zuletzt möchte ich unsere Repräsentanz fotogloria erwähnen (www.fotogloria.de), die uns als Fotografen international vertritt und die sehr erfolgreich unser DIHK-Projekt managed und unsere Interessen wahrnimmt. Vielen Dank an Edda, Mike und Jochen für die großartige Zusammenarbeit, die ich als sehr langfristig ansehe und die hoffentlich immer neue Dimensionen erreichen wird.

Viele Fotografen agieren eher als Einzelkämpfer und nicht als Teamworker. Ich kann das verstehen. Aber nicht teilen. Ich würde meinen Beruf nicht so lieben, wenn ich diese gemeinsame Arbeit, das Miteinander, das Voneinander-lernen, das Sich-aufeinander-verlassen-können und die Freundschaft, die uns verbindet, nicht hätte.

Bildsprache und Arbeitsweise

Die Auseinandersetzung über Bildsprache sollte eigentlich immer stattfinden und nie ein abgeschlossenes Thema sein. Tatsächlich ist das eine überaus komplexe Auseinandersetzung mit sich selbst und mit der Welt. Eine besondere Qualität gewinnt sie, wenn man die Chance hat, mit kompetenten Partnern, Mentoren und Vorbildern zu diskutieren. Diese Auseinandersetzungen haben unsere Bildsprache stark verändert und verbessert. Äußeres Zeichen ist der stark gewandelte Einsatz des Lichts. Vom strahlenden, weichen Ausleuchtungs-Licht haben wir uns verändert in Richtung auf ein viel dramatischeres, härteres und extremeres Licht. Wo früher gefällige Ausleuchtung dominierte, sind heute Kontraste, Überstrahlungen und viel Gegenlicht. Softboxen, Schirme und ähnliche Hilfsmittel setzen wir kaum noch ein. Das erste Licht, das wir setzen, ist oft ein hartes Gegenlicht. Dann kommt vielleicht ein Detail- oder Effektlicht. Und dann vielleicht eine leichte Aufhellung von vorne.

Unserer Technologie-lastigen Fotografie hat das sehr gut getan. Die Bilder sind deutlich stärker, dramatischer und emotionaler als vor zwei Jahren.

Ein großes Thema derzeit ist bei uns die Symbolisierung von Ideen, zumal in weniger attraktivem Umfeld. Wie schafft man es, ein spannendes, aussagekräftiges und inhaltlich packendes Bild zu gestalten, auch unter widrigen Umständen? Das ist ein offener Prozess, wir nähern uns, aber hier sind noch viele Ziele zu erreichen.

Themen und Spezialisierung

Die konsequente Konzentration auf die Welt der Arbeit, auf Projekte im Zusammenhang mit Spitzen- und Zukunftstechnologie und auf brandheiße Themen wie Personalmarketing und Mitarbeitergewinnung hat uns sehr nach vorne gebracht, unsere Akquise und unsere Arbeit beflügelt. Mehr denn je sind wir nicht einfach Fotografen, die fotografieren können, sondern Spezialisten auf einem Gebiet, dessen Inhalte uns interessieren, mit denen wir uns identifizieren und die wir lieben. Das schätzen unsere Kunden, und das gibt uns das gute Gefühl, am genau richtigen Ort tätig zu sein. Mit allen Optionen für weitere Entwicklungen.

Fazit

Fotografie ist Arbeit mit Menschen. Mit Freunden, Partnern, Mitarbeitern, Kunden, Modellen, Interessensgruppen, Mitarbeitern, Experten, Spezialisten – eben mit all den ganz normalen Menschen wie Du und Ich… Technik, Equipment und Verfahren spielen dabei nur eine, wenn auch eine durchaus wichtige, Rolle. Viel essentieller ist jedoch, ein Gefühl und eine Haltung dafür zu entwickeln, was man machen möchte, warum man das machen möchte und wie man das machen möchte. Fotografie ist eine Lebensentwicklungsaufgabe. Und die ist auch im achten Jahr mit Canon mitnichten abgeschlossen.

Es bleibt spannend!

In diesem Sinne meine Bitte an alle Fotografen: Bleibt dran! Macht Euer Ding! Shoot what you loves!

VG
Christian

Die DIHK-Lehrstellenbörse mit Fotos von Ahrens+Steinbach ist online!

Brandaktuell: pünktlich ist die erste nationale IHK-Lehrstellenbörse online gegangen. Hier können junge Leute nach Ausbildungsplätzen suchen und sich über Berufe informieren. Viele der Berufe sind mit Bildern von Ahrens+Steinbach illustriert, bisher ungefähr ein Sechstel aller IHK Berufe. Im Laufe des Jahres werden es noch wesentlich mehr werden, den ca. 81 Shootings mit IHK-Berufsbildern warten in diesem Jahr noch auf uns!

Veröffentlichung in ZEIT WISSEN 2-3/2012

Wir freuen uns sehr, dass ein von Ahrens+Steinbach Projekte fotografiertes Motiv in der aktuellen Ausgabe von ZEIT WISSEN veröffentlicht wurde. Das Motiv zeigt einen Feinmechaniker in einer Luftkammer des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR Köln). Das Bild entstand im Rahmen unserer Produktion für die Ausstellung „Abenteuer Ausbildung“ in der IHK Köln.
Das Bild wird ebenfalls in der zukünftigen nationalen Lehrstellenbörse des DIHK für den Beruf des Feinmechanikers werben.

Feinmechaniker in einer Anlage des DLR Köln. Foto: Ahrens+Steinbach Projekte, Fotografin: Silvia Steinbach

Ausführlicher Erfahrungsbericht zur Fujifilm X100

Als Fujifilm zur Photokina 2010 die X100 ankündigte, war ich wie elektrisiert. Endlich offerierte ein Kamerahersteller ein modernes Pendant zur guten alten klassischen Sucherkamera, ohne an der Qualität und am Fotografischen zu sparen. Die Eckwerte: lichtstarke Festbrennweite mit 35mm KB-Äquivalent, großer Sensor, moderner Autofokus, ein optisch-elektronischer Sucher, der diesen Namen auch verdient und ein klassisches Design, dessen Bedienelemente zudem ein richtiges Fotografier-Gefühl versprachen und die Hoffnung beflügelte, endlich ein ernsthaftes Instrument in die Finger zu bekommen, das dennoch Platz in einer Jackentasche findet.
Angekündigt für Frühjahr 2011 hat es dann erwartungsgemäß etwas gedauert, bis ich mein Exemplar in den Händen hielt. Dafür mit persönlich perfektem Timing: die Kamera trudelte eine Woche vor meinem Sommerurlaub ein. Sofort beschloss ich, vollständig auf sie zu vertrauen und alles andere an Kameragerät zu Hause zu lassen: ein technisches, gestalterisches und intellektuelles Abenteuer wartete also auf mich. Dieser Bericht ist eine Essenz dieser Reise.

Diese Story ist in voller Länge auf dem Fotoblog fotografr.de erschienen. Bitte folgen Sie diesem Link!

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Hier kann man den Nachfolger dieser Kamera zeitgemäß bestellen: Fujifilm X100F

Aktualisierte Betrachtungen zum Thema Equipment

Hallo, liebe Leser.

2009 habe ich mal eine lange Story für das Online Magazin fotografr geschrieben, die das von mir verwendete Equipment, meinen Workflow und meine Arbeitsweise zum Thema hatte. Seitdem ist viel Zeit vergangen, wurden viele Aufträge umgesetzt und Bilder produziert. Dabei hat sich auch manches verändert. Was das ist und was es für die tägliche Praxis bedeutet, habe ich in einem „Update“ zu meiner damaligen Story zusammengefasst und wieder auf fotografr.de veröffentlich.

Wen’s interessiert: bitte diesem Link folgen: www.fotografr.de

Nachlese zu „Abenteuer Ausbildung 2011“


Unser großes Ausstellungsprojekt im Auftrag der Industrie- und Handelskammer Köln war auf diesem Blog schon mehrfach Thema, jedoch immer unter einem eher speziellen Aspekt, der höchstens ein kurzes Streiflicht auf dieses Projekt gestattet.
Die Bilder, die „Ahrens+Steinbach Projekte“ in einem Zeitraum von mehreren Monaten zwischen Sommer 2010 und Frühjahr 2011 realisiert haben, hingen rund sechs Wochen im Hauptgebäude der IHK Köln als öffentliche Ausstellung. 54 großformatige Exponate zeigen junge Leute in spannenden Arbeitssituationen. Dabei haben wir in Industrie wie auch im Handel fotografiert. Wir waren in der Großindustrie, genauso aber auch in Büros und Werkstätten. Wir haben auf der Gondel einer Windkraftanlage fotografiert, bei der ICE-Fertigung oder im Verwaltungsgebäude einer großen Versicherung. Wir waren zu nachtschlafener Zeit im Duisburger Binnenhafen unterwegs und auf dem Düsseldorfer Flughafen. Wir waren bei einer Industriesprengung dabei und verbrachten fast zwei Tage auf dem Produktionsgelände eines Chemiegiganten, bei INEOS Köln.
Herausgekommen sind dabei spannende Fotos, die Lust und Interesse an dem Beruf wecken sollen, in ihrer Komposition verdichtet und inszeniert sind, jedoch niemals etwas vorgaukeln, was es gar nicht gibt.
Wir laden Sie herzlich ein, an unserer virtuellen Ausstellung teilzunehmen und die Slideshow zu betrachten:



Fotografieren auf der Gondel einer Windkraftanlage

Hallo, liebe Leser,

auf diesem Blog war ja länger etwas Sendepause, ich bin einfach nicht dazu gekommen, regelmäßig zu schreiben.

Abenteuer Ausbildung 2011

Abenteuer Ausbildung 2011, Foto: Christian Ahrens

Einer der Gründe war natürlich unser großes Ausstellungsprojekt „Abenteuer Ausbildung„, das uns monatelang in Atem gehalten hat und bei dem wir junge Auszubildende aus Industrie und Handel an interessanten und mitunter spektakulären Locations fotografiert haben.
Zu den spannendsten Erlebnissen gehörte das Fotografieren auf einer rund 100 Meter hohen Windkraftanlage der Fuhrländer AG im Siegerland. Hier haben wir zwei Azubis fotografiert, wie sie auf der Gondel der Windanlage technische Kontrollen durchgeführt haben.
Alles stimmte: motivierte Leute, Windstille, eine phantastische Unterstützung durch das Unternehmen. Nur das Wetter wollte nicht so wie wir: 100 Meter Höhe, eine großartige Landschaft – und Vollnebel!
OK, es kann nicht immer alles perfekt sein. Ein außergewöhnliches Erlebnis war es trotzdem. Und auch die entstandenen Fotos gefallen mir – trotz der widrigen Umstände.
In dieser weißen Nebelwand mit seinem diffusen Licht und minimalen Kontrasten war es nicht leicht, ein spannendes Bild zu schaffen. Zumal auch die Größenverhältnisse dort oben ungünstig waren: Die riesigen Rotoren der Windkraftanlage stehen einem vergleichsweise kurzen Gondelgehäuse gegenüber, man kann also nicht besonders viel Distanz zwischen der zu portraitierenden Person und den Flügeln herstellen. Da wird auch bei 17mm Brennweite der Ausschnitt erstaunlich eng und bringt die Größenverhältnisse kaum zur Geltung. Das flaue Licht hingegen konnten wir aufbrechen. Die mitgeführte kleine Lumedyne-Blitzanlage leistete auch hier gute Dienste und lieferte mit einem harten Streiflicht auf den Protagonisten die Simulation einer aufbrechenden Wolkendecke schräg hinter dem Fotografen. Erstaunlich, wie sich das Bild damit verwandelt und deutlich an Kontrast, Drama und Tiefe gewinnt.
Unser kleiner Film erzählt die ganze Geschichte:

100 Meter Höhe – und Nebel!

IHK-Projekt „Abenteuer Ausbildung“: Das erste Shooting

Endlich – das erste Shooting für unser aktuelles Ausstellungsprojekt hat begonnen. Die Kollegin Silvia Steinbach hat eine phantastische Location ausgemacht und die Erlaubnis erhalten, hoch oben auf dem Pylon der Kölner Severinsbrücke zu fotografieren. Wie bei allen Themen innerhalb dieses Projektes geht es um Berufsbilder und Ausbildungswege. Heute ist es der Beruf des Gerüstbauers.

Zugegeben: Die Kölner Severinsbrücke ist nicht die Golden Gate Bridge, aber ganz schön hoch ist sie trotzdem: Immerhin 77,2 Meter ragt sie über das Brückenfundament hinaus. Glücklicherweise gibt es bei der aktuellen Einrüstung einen Aufzug, so dass wir nur wenige „Stockwerke“ wirklich klettern mussten. Die ersten Meter ging es über Leitern, bis wir die für die Bauarbeiten eingezogene Arbeitsplattform erreichen. Dann der Aufzug, der sich als offener „Transportkarren“ erwies. Die Brücke ist übrigens derzeit auf einer Seite komplett eingerüstet, weil die Stahlseile und der Pylon selbst saniert werden müssen – das geschieht nur etwa alle 25 Jahre! Mit unserem Projekt hatten wir also einen sehr guten Zeitpunkt erwischt.

Tolle Aussichten schon beim Hochfahren

Tolle Aussichten schon beim Hochfahren

Oben angekommen, gab es erst einmal einen phantastischen Ausblick zu genießen:

Shooting Severinsbrücke

Shooting Severinsbrücke

Wir hatten einen trüben Tag erwischt, aber der heutige Donnerstag (Beginn: 6.30 Uhr!) war die einzige Möglichkeit. Natürlich waren wir gut vorbereitet. Am Abend zuvor hatte ich zwei komplette tragbare Blitzanlagen zusammengesteckt: zwei Lumedyne-Generatoren mit kleinen aber leistungsstarken 400 Ws-Blitzköpfen. Wir wollten auch hoch oben auf der Brücke möglichst attraktives Licht setzen können, so dass wir uns zu diesem Aufwand entschieden haben. Beide Generatoren/Blitzkopf-Kombinationen waren mit Funkempfängern ausgestattet, und zwar auch gleich zwei. Da unsere Microsyncs im Zusammenspiel mit den Lumedynes zu gelegentlichen Unzuverlässigkeiten neigen, habe ich die Systeme redundant ausgelegt. Was sich auch als nötig erwiesen hat: Vor Ort hatte prompt der noch am Vorabend perfekt funktionierende Empfänger offenbar keine Lust mehr, so dass ich dann in Ruhe auf den „2. Schaltkreis“ ausweichen konnte.

Silvia Steinbach in Aktion

Silvia Steinbach in Aktion

Das eigentliche Shooting verlief völlig problemlos. Unser Modell, ein Lehrling, der gerade wenige Tage zuvor seine Ausbildung begonnen hat, hatte Spaß an dem ungewohnten Job und ist ohne Ermüdungserscheinungen den Anweisungen der Fotografin gefolgt. Auch wenn das heißt, eine Querstrebe eben nicht nur einmal zu befestigen, sondern gleich 10- oder vielleicht auch mal 20mal – eben bis Ausdruck und Licht perfekt stimmt. Hier unser Modell in einer Arbeitspause:

Abenteuer Ausbildung: Gerüstbau

Abenteuer Ausbildung: Gerüstbau

Das finale Bild, das unser Ausstellungsfoto einmal werden wird, können wir an dieser Stelle leider noch nicht zeigen: das steht zum heutigen Zeitpunkt auch noch gar nicht fest. Die Präsentation bleibt der Ausstellungseröffnung vorbehalten, die voraussichtlich im Frühjahr 2011 stattfinden wird. Ich werde rechtzeitig darauf hinweisen!

Christian Ahrens

Abenteuer Ausbildung 2010/11

Ahrens+Steinbach Projekte freuen sich, auch 2010 ein umfangreiches bildbasiertes Projekt im Auftrag der IHK Köln umsetzen zu dürfen. In den kommenden 5 Monaten werden in enger Kooperation mit namhaften Unternehmen der Regionen rund 40 Ausstellungsmotive umgesetzt werden, die junge Leute im Rahmen ihrer Ausbildung zeigen. Die Botschaft: Erfolg, Anerkennung und Leidenschaft für den Beruf durch eine fundierte Ausbildung.

Azubi auf RWE Strommast. Foto: Silvia Steinbach

Azubi auf RWE Strommast. Foto: Silvia Steinbach

2009 haben wir als Fotografenteam dieses Projekt begonnen und im November 2009 eine große Ausstellung in der IHK Köln mit rund 40 großformatigen Bildern der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Reaktion von Presse, Fachleuten aus dem Ausbildungswesen und von jungen Leuten war rundum positiv.

An Bord eines Containerschiffes. Foto: Christian Ahrens

An Bord eines Containerschiffes. Foto: Christian Ahrens

Laden Sie unsere Projektdokumentation herunter! Projektdoku_AbenteuerAusbildung_2009