Atelier

Mein erstes Buch als Sonder-Edition bestellbar: „FUJIFILM X-Photographers: Vom Fotografieren mit dem Fujifilm X-System“

Liebe Leser, voller Stolz präsentiere ich heute „mein erstes Buch“ ! 🙂 Genauer: das erste Buch, zu dem ich einen maßgeblichen Anteil beigetragen habe.

Es ist jetzt gut ein Jahr her, als ich mit Ulrich Dorn, Lektor für den Franzis Verlag, zusammengesessen habe, und über ein Buchprojekt diskutiert habe. Da wir beide begeisterte Fujfilm-Fotografen sind, entstand in einem Moment kreativer Kernschmelze die Idee zu einem weiteren Projekt: Sechs Berufsfotografen, die alle mit den Kameras des Fujfilm-Systems arbeiten, berichten über ihre Arbeit, zeigen signifikante Bildstrecken, gewähren einen Blick über ihre Schultern und erzählen aus dem praktischen Einsatz der noch recht jungen Fujfilm-Technik in der professioneller Fotografie.

Die Idee hatte eine solche Strahlkraft, dass ich mich sogleich auf die Suche nach weiteren Autoren machte. In David Klammer, Martin Hülle, Bertram Solcher, Thorsten Rother und Peter Steffen fand ich fünf renommierte Berufsfotografen, die alle mit dem Fujifilm-System fotografieren und Lust hatten, aus ihrer persönlichen Sicht als Reportage-, Reise-, Medizin-, Editorial-, Portrait- und dpa-Newsfotograf aus dem Nähkästchen zu plaudern.

Das Buch ist nun fertig – und ich freue mich riesig darüber:

  • Gebundene Ausgabe
  • 320 Seiten
  • 30 x 24cm
  • 135g Bilderdruckpapier

Signierte Sonderedition mit Original-Prints

Ihr könnt Euer Exemplar des Buches sehr gerne auch bei mir direkt bestellen. Das Buch kostet dann wie im Buchhandel genau 49,95 Euro (inklusive Mehrwertsteuer und Versand). Es ist außerdem von mir signiert – und es liegt von David Klammer und mir jeweils ein Original-A4-Print bei, der ebenfalls signiert ist.

Bestellung

Wenn Ihr Euch für das Buch interessiert und es direkt von mir beziehen möchtet, freue ich mich über eine entsprechende eMail an mich. Ihr erhaltet dann umgehend eine Rechnung. Nach Zahlungseingang wird das Buch mit den Prints dann sofort versendet. Frühester Versandtermin ist der 29. März 2018 (passenderweise mein Geburtstag!).

-> Bestell-eMail „Fujifilm X-Photographers.
Vom Fotografieren mit dem Fujifilm X-System“
(inklusive 2 Original-Prints, signiert von den Autoren Christian Ahrens und David Klammer).

Leseprobe zum Download:

Schön gestaltet: Doppelseite aus dem Fujfilm-Fotografen-Buch

Um sich ein genaueres Bild machen zu können, gibt es hier eine Leseprobe zum kostenlosen Download (49 Seiten, ca. 5 MB).

Noch ein Hinweis: Unser Buch über den Einsatz der Fujifilm-Kameratechnik in der professionellen Fotografie ist ein Herzensprojekt, das auf unserem ureigenen Mist gewachsen ist und von niemandem gesponsort oder beeinflusst wurde. Wir schreiben unsere ehrliche Meinung, äußern Freude und Kritik und stehen hinter jedem unserer Worte als Profis und als Fotografen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn unser Buch zahlreiche Leser finden würde – wir haben viel Herzblut in dieses Projekt gesteckt und sind uns sicher, eine interessante und vielseitige Lektüre zu bieten – nicht nur für Fujifilm-Fotografen, sondern für alle Menschen, die sich für professionell ausgeübte Fotografie interessieren und meinen Kollegen und mir einmal über die Schultern schauen möchten. Wir wünschen großes Lesevergnügen!

 

 

Leben im Atelier: Drucktag

Nach den sonnigen Tagen dieses wunderschönen Vorfrühlings hat sich jetzt wieder Regen und bedeckter Himmel durchgesetzt – wie geschaffen für ein gemütliches Wochenende „im Atelier“.

Fotografie hat für mich zwei Seiten: das Arbeiten „draußen“, on location. Das ist Erleben, Abenteuer, Umsetzung von Bildideen vor Ort. Im Kundenauftrag oder aus Eigeninitiative. Am liebsten bin ich da, wo es wirklich aufregend zugeht, an spannenden Orten, visuell und vom Erlebnis her hinreißend und herausfordernd.

Und es gibt das Arbeiten „drinnen“. In der digitalen Welt gehört natürlich das Fertigmachen und Ausgestalten der Bilder dazu, das Exportieren der RAWs und der Versand der Bilder an den Kunden. Das ist die Pflicht. Die Kür ist dann das Arbeiten und Leben mit den Bildern, und da gehört der Print in meinen Augen einfach dazu.

Zu s/w-Zeiten gehörte die Ausbelichtung zwingend zum Prozess der Bildschaffung. Ein Negativ war noch kein Bild. Ein Kontaktabzug erst ein erster Schritt für das Editing der Bilder. Und dann die Vergrößerung im Labor, erst danach war der Prozess abgeschlossen.

Viele Fotografen schenken sich diese vollständige Kette und lassen die Papierwerdung eines Fotos einfach weg. In den ersten Jahren der digitalen Fotografie habe ich das auch so gemacht, aber irgendwann kam die Sehnsucht wieder, mit Drucken an der Wand und in der Hand leben zu wollen. Seitdem habe ich wieder ein Fotolabor, das allerdings viel kleiner geworden ist und bei dem nun „Epson“ drauf steht.

Heute ist also großer „Drucktag“. Mein 2014er „Rechenschaftsbuch“ muss dringend angefangen werden, damit ich nicht zu sehr ins Hintertreffen gerate. Ich will auch eine neue Portfolio-Mappe mit aktuellen Bildern machen. Ein Rheinschiff-Kalender muss verschickt (und verpackt) und der Entwurf einer Hängung beurteilt werden, CDs brauchen Cover… Es macht Spaß, mit Papier zu arbeiten! 🙂

Fotografien muss man drucken! Erst dann ist der Prozess wirklich abgeschlossen.

Fotografien müssen auf Papier! Erst dann ist der Prozess wirklich abgeschlossen, finde ich.

Natürlich drucke ich nicht jedes Foto. Aber zumindest von jeder Produktion ein Bild. Das ist die kommerzielle Seite. Und von den Bildern, die aus eigenem Antrieb entstanden, drucke ich ausgewählte Motive ebenfalls aus. Die Prints sammle ich auf verschiedenen Stapeln, ordne sie Themen und Schwerpunkten zu und hoffe, dass im Laufe der Zeit daraus jeweils ein „Buch“ wird, eine abgeschlossene Serie, die aussagestark ist. Bilder ohne besonderes Thema landen auf einem eigenen Stapel – mein visuelles Tagebuch. Einfach eine Chronik in Bildern.

Apropos Bücher: Seit 2011 printe ich von jedem kommerziell motivierten Job mindestens ein Foto. Nachdem ich den Stapel des vergangenen Jahres vor einiger Zeit endlich zum Buchbinder gebracht habe, ist der Produktionsbericht 2013 nun endlich fertig und liegt als schönes gebundenes Buch vor:

Das ist immer ein klasse Gefühl. Beim Durchblättern erinnert man sich an die Highlights des vergangenen Jahres (und natürlich auch an die weniger ersprießlichen Tage), man sieht eine Bilanz des beruflichen Lebens zwischen zwei Buchdeckeln. Hat sich die Mühe gelohnt? Ich sehe es so. 2013 war ein gutes Jahr.

Bisher habe ich diese Bilder immer auf Epson „Matte Paper – Heavyweight“ gedruckt; nicht, weil ich dieses Papier so besonders herausragend finde, aber es ist das einzige meines Wissens fototaugliche Papier, das ein Buchbinder klassisch binden kann und das dennoch eine gute Druckqualität bietet. Ab 2014 will ich es aber dennoch anders machen und setze nun auf 300g-starke Papiere, die mit Glossy-Tinten bedruckt werden können (und eine Baryt-änhnliche Qualität aufweisen). Die Druckqualität ist viel besser, die Schwärzen tiefer, die Zwischentöne ausdifferenzierter und das Papier von einer wunderbaren Haptik. Allerdings lässt sich dieses Papier nicht mehr binden.

Stattdessen entwickelt mein Buchbinder gerade eine Leinen-Kassette, in die die Blätter dann lose gelegt werden können: Ebenfalls eine schöne Form der Präsentation! Damit gehe ich bei den Drucken nun keine Kompromisse mehr ein, die Ergebnisse sind erstklassig und erinnern in ihrer haptischen und optischen Qualität sehr an die Ergebnisse der Laborarbeit früher. Sie bereichern das Leben eines Fotografen sehr.

„The truth is in the print“, sagte mir mein leider viel zu früh verstorbener Fotografenfreund Martin Offermanns einmal. Und hatte Recht damit. Aber im Druck zeigt sich nicht nur die Wahrheit eines Bildes. Der fertige Druck weckt auch eine Freude, die es sonst nicht gäbe.

 

Kameras: Generationenwechsel : Canon 1D III und Canon 1Ds III gehen – Canon 1Dx kommt

Unser Freund Gert Wagner leitet sein Buch „Beruf Fotograf“ mit einer nachdenklichen Betrachtung über eine Kamera ein, die er in einem Kellerregal widerfindet – eine alte Contax, die ihn jahre-, vielleicht jahrzehntelang in seinem Berufsleben begleitet hat. Das waren noch Zeiten: ein Profi, unterwegs für große Magazine, für Werbeagenturen und Konzerne, im In- und Ausland. Und immer dieselbe Kamera. Der Fortschritt fand in den Aufzeichnungsmedien statt, in den Filmen. Vielleicht hier und da mal ein neues Objektiv. Das war es.

Seit dem Siegeszug der digitalen Bildaufzeichnung hat sich das geändert. Die Trennung zwischen Kamera und Aufzeichnungsmedium gibt es in dieser Form nicht mehr, jede Kamerageneration hat einen fest installierten Chip, der nicht wechselbar ist. Wer am technischen Fortschritt der Bildaufzeichnung teilhaben will, muss die Kamera wechseln. Der Traum vom digital film ist ausgeträumt.

Dabei bemühe ich mich, einen gewissen Konservatismus walten zu lassen. Ich kaufe nicht jede Kamera neu, bloß weil sie neu ist. Ich wechsele nicht alle zwei Jahre das Equipment, und auch ein Wechsel zwischen den Systemen kommt für mich nicht in Frage, bloß weil gerade ein anderer Hersteller die Nase etwas vorne zu haben scheint. Schon seit Jahren ist die Qualität der digitalen Bildaufzeichnung den analogen Möglichkeiten (Dia-Film, maximal 400 ASA usw.) so deutlich überlegen, dass man sich eigentlich beruhigt zurücklegen und sagen könnte: ich bleibe dabei. Jeder gute Fotograf kann mit einer Canon- oder Nikon-Kamera aus dem Jahr 2006 überwältigende Fotos schießen. Er muss doch gar nicht aufrüsten. Er könnte einfach weiterarbeiten.

Und das stimmt auch so. Man kann diesen Standpunkt einnehmen, und wenn man wirklich ein guter Fotograf ist, wird es einem vermutlich nie passieren, dass einem der Kunde oder Art Director zur Seite nimmt und einen fragt, warum man denn um Gottes Willen mit dieser old school Kamera fotografiert….

Und dann spaziert man an einem unschuldigen Tag nach einem erfolgreichen Shooting bei einem der führenden deutschen Händler rein, erwirbt ein neues Objektiv, und weil es gerade mal so naheliegend ist, nimmt man auch die (gar nicht mal so) neue Canon 1Dx in die Hand. Sie fühlt sich klasse an. Sie hat einen phantastischen Sucher. Und die Fokuspunkte liegen auch viel weiter außen. Und ein schnell geschossenes 4000-ASA-Bild sieht großartig aus. WOW. Eine kurze Begegnung nur. Und wir müssen weiter.

Die beiläufige Begegnung hat Folgen. Ich beginne auszurechnen, was mich dieses 6000-Euro-Monster wirklich (nach Abzug der Mehrwertsteuer, des Steuervorteils usw.) kosten wird. Was die alten Kameras zur Gegenfinanzierung beitragen. Und ob man die laufende trade-in-Aktion nicht noch mitnehmen kann.

Und irgendwann ist es soweit: Ja, ich möchte in Zukunft druckreife 5000-ASA-Fotos machen können! Ja, ich möchte von dem neuen AF-Modul, seiner Präzision und seinen außenliegenden Fokuspunkten profitieren. Ja, ich möchte mit einer DER Spitzenkameras unserer Gegenwart fotografieren! Dann fragt man beim Händler seines Vertrauens an, bekommt einen Liefertermin genannt – und bestellt.

Am kommenden Dienstag soll die Canon 1Dx nun bei mir sein. Eine Kamera, die meine bisherige III-er Generation (Canon 1D Mk III und 1 Ds Mk III) ersetzen wird. Und diese bewährten Schlachtrosse gehen zurück in den Markt, in die Hände eines hoffentlich glücklichen und dankbaren Fotografen, der sich freut mit diesen phantastischen Produkten fotografieren zu können.

Ich werfe einen Abschiedsblick in die Bucht. Vielen Dank an meine beiden Kameras, die mich so lange treu begleitet haben, nie ausgefallen sind und immer zuverlässig und verlässlich waren. Ihr wart wirklich großartig. Danke!

Canon 1 D Mk III: http://ebay.eu/1gybzpG
Canon 1 Ds Mk III: http://ebay.eu/19QWVVJ

Aber was mir wohl nie passieren wird: dass ich eine dieser Kameras in 20 Jahren in die Hand nehmen werde und gedankenvoll Revue passieren lasse, was ich mit ihr alles erlebt habe. Und das ist verdammt schade.

Bewährte Tools: Gebrauchsspuren, die adeln.

Bewährte Tools: Gebrauchsspuren, die adeln.

 

 

 

Letztes Shooting 2013

Bereit für den letzten Foto-Auftrag in diesem Jahr

Bereit für den letzten Foto-Auftrag in diesem Jahr

Gestern habe ich meine Fototasche zum letzten Mal für dieses Jahr gepackt. Passend zur Jahreszeit, zum glitzernden Weihnachten und zum funkelnden Silvester haben wir in der Metall-Ausbildungswerkstatt der Ford-Werke Köln zusammen mit dem Ausbilder und zwei Azubis die Funken fliegen lassen und ein Themenbild zu dem Motto „Damit der Funke überspringt“ umgesetzt. Dabei haben wir es richtig krachen lassen, und es hat viel Spaß gemacht, die Funken möglichst wirkungsvoll durchs Bild fliegen zu lassen. Da ich das eigentliche Bild leider noch nicht zeigen darf, habe ich einen symbolischen Ausschnitt verwendet.

Vielen Dank an die Kommunikationsabteilung von Ford, dass wir mal wieder in den Werkstätten fotografieren durften!

Jetzt freue ich mich auf schwerelose Tage, auf das zur-Ruhe kommen und Neubesinnen. Auf Geschenke auspacken und auf neue Pläne.

frohe-weihnachten

Ich wünsche allen Lesern noch eine schöne Vorweihnachtszeit, ein frohes Fest und einen tollen Jahreswechsel! Viel Glück und Erfolg im kommenden Jahr!

Christian Ahrens
Industriefotograf

Fröhliche Weihnachtskartendruckerei für Fotografen

Eine individuelle Weihnachtskarte ist etwas sehr Schönes. Ein Unikat. Unmissverständlich auf einen selbst bezogen. Dieses Erlebnis zu schaffen ist für uns Fotografen ja eigentlich eine sehr schöne und dankbare Aufgabe, die leicht zu lösen ist. Denn wir haben ja all die wunderbaren, kundenspezifischen Motive, die wir im vergangenen Jahr für unsere Auftraggeber produziert haben. Da liegt der Gedanke nahe, diese Bilder zu nutzen und ein Unikat als Weihnachtskarte zu verschicken. Der heutige Tag war dieser schönen Aufgabe gewidmet, die auch manches Wiedersehen mit den eigenen Fotos beschert hat. Ich freue mich, sagen zu können, dass es ein starkes Jahr war !

Fotografen-Weihnachtskarten 2013

Fotografen-Weihnachtskarten 2013

Neuaufbau Equipment und Knochen zusammen sammeln

Am Wochenende habe ich – eher untypisch – Reportage fotografiert. Eine Aktion in der Kölner Innenstadt, beauftragt vom Citymarketing Köln, und ein gesellschaftliches Ereignis im Alten Wartesaal. Da war flexible Kameraarbeit angesagt, nur eine Auswahl geeigneter Objektive, Aufsteckblitze und eine spezielle Konstruktion für die Assistentin, damit sie einen entfesselten Blitz flexibel einsetzen konnte.

So habe ich am Samstag 13 Stunden fast ohne Unterbrechung fotografiert, habe einen gigantischen Muskelkater und über 2000 Bilder belichtet.

Eine weitere Folge: für den nächsten Einsatz morgen muss mein Equipment wieder in die gewohnte Form für on location Produktionen gebracht werden. Alles ist durcheinander, die Akkus sind leer, die Speicherkarten liegen noch im Lesegerät und das neue Objektiv, das ich mir am Freitag gegönnt habe (Canon EF 24./1.4) sorgt zudem dafür, dass meine gewohnte Packordnung nicht mehr funktioniert. Fröhlicher Neuaufbau ist also angesagt, eine Übung in organisatorischer Kontemplation!

Bin gespannt, auf welche neue Packordnung ich heute Mittag gekommen sein werde.

Bin gespannt, auf welche neue Packordnung ich heute Mittag gekommen sein werde.

Mit der Fujifilm X-E1 in eine neue Phase freier Arbeiten….

Ha, von wegen: die Kamera ist egal, auf den Fotografen kommt es an!?! Tatsache ist: GEAR ist wirklich richtig wichtig. Vor allem, wenn man etwas Neues hat! 🙂

Wie auch immer: am Sonntag vor einer Woche hat es mich erwischt. Da war in der Kölner Innenstadt verkaufsoffener Sonntag, und das hatte zur Folge, dass ich ganz zufällig bei Foto Gregor vorbeigegangen bin und mir mal in aller Ruhe die Fujifilm X-E1 mitsamt Objektiven angeschaut habe. Irgendwie gärte das schon die ganze Zeit in mir, diese Vorstellung, meine wunderbare X-100 zu ergänzen oder zu ersetzen durch ein feines, kleines Sucherkamerasystem mit Wechseloptiken. Über die Philosophie der Fujifilm X-Serie habe ich ja schon viele Worte verloren (u.a. HIER) und meine Begeisterung über diese Mischung zeitgemäßer Technik mit bewährten klassischen Konzepten ist ungebrochen. Die X-Pro war eigentlich nicht weniger interessant, war mir aber immer ein bißchen zu groß. Die X-E1 dagegen ist genau das, was ich will: smart, klein, gut, praktisch ohne Qualitäts- oder Funktionseinschränkungen gegenüber einer großen DSLR (schneller Nachführ-Autofokus mal ausgenommen) und jederzeit in der Lage, ausstellungsreife Bilder zu produzieren. Nun, es kam, wie es kommen musste: ich verließ das Geschäft mit Kamera und zwei Optiken, dem Fujinon 18/2.0 und dem 35/1.4.

Ich bin ja uneingeschränkter Fan aktueller Kameratechnik: die Digitalisierung der Bildaufzeichnung und die Autofokus-Technik waren Großtaten der Foto-Ingenieure und haben die fotografischen Möglichkeiten enorm erweitert. Aber im Spiegelreflex-Sektor haben diese Entwicklungen auch dazu geführt, dass man mit immer größeren Kameras und Objektiven hantiert. Eine Canon 1D irgendwas plus 24-70 ist eine Art Kampfcomputer, unglaublich leistungsfähig – aber nichts, mit dem man gerne durch die Welt streift und die Straße erkundet. Mit der X-E1 dagegen bin ich jetzt wieder da, wo ich zu seligen Zeiten meiner Minolta X-500 oder XD-7 schon mal war: eine leistungsfähige Kamera, schnuckelige und lichtstarke Objektive, angenehm leicht und unauffällig. Das klassische Design der Fujifilm sorgt zudem dafür, dass man irgendwie harmlos aussieht. Eine super Konstellation für alle Arten von freien Arbeiten!

Zu glücklichen Neuerwerbungen gesellt sich ja bei mir immer auch ein Motivationsschub. Und wenn der dann noch kombiniert ist mit einer terminmäßig recht entspannten Woche plus einem langen Oster-Wochenende, dann bin ich einfach draußen, schaue mich um und versuche, meine zahlreichen Projekte ein bißchen weiter zu entwickeln. Ein tolles Gefühl, dann nach einer Exkursion mit neuen Bilder (aus einer neuen Kamera!) nach Hause zurückzukehren, zu sichten, peu à peu die Eigenschaften der neuen Kamera zu erkunden, sich mit Lightroom 4.4 RC auseinanderzusetzen (Aperture kann die *.RAF-Dateien der E-1 unverständlicherweise immer noch nicht interpretieren) und ein paar edle Drucke aufs Papier zu werfen. Bei der Gelegenheit habe ich mal auch ein wenig sortiert und geordnet und alle laufenden Projekte und Serien-Ideen fein säuberlich gegliedert. Das ist dabei herausgekommen:

Jeder Stapel ein Projekt! Es gibt noch eine Menge zu tun… Den morgigen Tag nutze ich für eine Arbeit, die ich mir schon lange vorgenommen habe und die per definitionem auch morgen Abend abgeschlossen sein wird. Eine Art Reise in die Vergangenheit. Wenn es gut wird, werde ich das Ergebnis in den nächsten Wochen hier vorstellen.

P.S.: Über meine Erfahrungen mit der Fujifilm X-E1 und ihren Objektiven werde ich sicherlich noch den einen oder anderen Beitrag verfassen und hier berichten.

Teambilder und Making ofs

Neue Teambilder aus diversen Produktionen – viel Spaß beim Anschauen! 🙂
Für die ganze Serie bitte hier klicken!

Hamburger Hafen und Logistik AG

Hamburger Hafen und Logistik AG

Warsteiner

Warsteiner

Tools für die Produktionspraxis: LED Lenser X21

Dass ich mal für eine Taschenlampe deutlich über 200 Euro ausgeben würde, hätte ich mir vor wenigen Wochen auch nicht träumen lassen. Aber seitdem ich den LED Lenser X21 von dem Hersteller Zweibrüder Optoelectronics bei unserem Filmpartner Gert Wagner in Aktion gesehen habe, lässt mich das Teil nicht mehr los. Letzte Woche war es nun soweit, und ich habe es bei einem Kölner Outdoor-Geschäft in Augenschein genommen und spontan erworben.

7 Hochleistungs-LED sorgen für eine unglaubliche Leuchtleistung

Mich interessierte die Lampe vor allem wegen ihrer Eignung für Fotoproduktionen. Dabei spielt die enorme Leuchtstärke von etwa 950 Lumen eine wichtige Rolle, mehr noch aber die eingebaute Optik, die den Lichtstrahl stufenlos fokussieren und extrem eng bündeln kann. Dabei bleibt der Lichtkegel fast in allen Stufen erstaunlich gleichmäßig. Man kann zwischen voller Leistung und einer niedrigeren Lichtstufe wählen (leider gibt es nur diese zwei Einstellungen), und hat damit weiteres Variationspotential.

Als Fotograf gebe ich mir mit dem Setzen des Lichts sehr viel Mühe und investiere viel Aufwand in die Lichtstimmung einer Szene. Dabei leisten mir unsere Akku-betriebenen Blitze von Lumedyne, Elinchrom oder auch die Systemblitze von Canon gute Dienste. In manchen Szenen ist das Arbeiten mit Blitz jedoch mühsam: gerade in Low-Light-Situationen, bei der Inszenierung von Nachszenen und bei ähnlichen Motiven ist eine gefühlvoll einstellbare Dauerlichtquelle um Längen flexibler einzusetzen und viel schneller justiert.

Doch dank der enormen Leuchtkraft der Lampe sind die Einsatzmöglichkeiten nicht auf solche dunklen Szenen beschränkt. Auch bei Tageslicht in Innenräumen kann die Lampe eingesetzt werden, z.B. um ein subtiles Streif- oder Haarlicht zu setzen oder einen verirrten Lichtstrahl zu imitieren, der eine Szene viel interessanter machen kann.

Das LED-Licht ist sehr kalt, es scheint noch kühler zu sein als helles Mittagslicht. Daher sind Warmlichtfolien eine gute Ergänzung für die Lampe. Um für alle Fälle gewappnet zu sein und auch mal den Schein einer roten Warnleuchte oder eines blauen Lichtstrahls imitieren zu können habe ich mir gleich ein ganzes Arsenal von Filtern zurechtgeschnitten. Versehen mit zwei kleinen Klett-Dreiecken lassen sich die Filterfolien blitzschnell anbringen und wieder entfernen.

Simpel und schnell: zwei kleine Klett-Dreiecke halten die Filterfolie

Und einen nützlichen Fund in der Grabbelkiste hatte ich auch noch: die Klapptore aus meinem Flash-to-Softbox-System passen genau auf die Lampe und ermöglichen zusätzliche Lichtbeeinflussung.

Den LED Lenser haben wir bereits auf zwei Shootings erfolgreich eingesetzt und zeigt viel Potential. Freigegebene Fotos gibt es leider noch nicht, die werde ich bei nächster Gelegenheit nachreichen.

Prädikat: sehr cooler Stoff für Fotografen!

 

Aus der Serie: Was schert mich mein Geschwätz von gestern….

Mein Mailfreund Martin hat mir den Adenauer-Spruch schon ein paar Mal freundlich unter die Nase gehalten, und immer völlig zu Recht. Habe ich nicht noch vor ein paar Wochen die Fujifilm X100 als die ultimative Kamera gepriesen, das Immer-Dabei-Wunder, das quasi als Erlösung empfundene Werkzeug für den in-seiner-Freizeit-Trümmermüden Fotografen? Habe ich. Und ich find das Teil immer noch sensationell interessant und „voraussichtlich“ gut.

Foto: Panasonic

Foto: Panasonic

Trotzdem habe ich mir gerade eine Panasonic LX-5 gekauft. Und ich bin begeistert von dem kleinen Kerlchen.
Ich komme noch mal zurück auf den Ausgangspunkt. Warum will ich eigentlich eine kleine, feine Kamera, die gute Bilder macht? Der Schrank steht doch voll von hochgezüchteten Spiegelreflexkameras, die alles bieten, was man sich wünschen könnte, in bester Qualität, mit hoher Auflösung und allem, was das Fotografenherz sich so wünscht.
Der Punkt ist: Spiegelreflexe professionellen Zuschnitts sind groß. Sie sind unhandlich. Sie passen nicht in die Jackentasche. Noch nichtmal in eine Aktentasche. Sie sind schwer. Sie belasten.
Auch in meiner nicht-kommerziell-gebuchten Zeit möchte ich fotografieren. Meine Gefühle, meine Wahrnehmung, meine Befindlichkeiten ausdrücken. Einer Stimmung nachspüren, eine Atmosphäre verdichten. Mit Bildern. Mit einer Kamera, die man immer dabei haben kann, ohne sich zu belasten. Ohne schwer zu tragen. Ohne aufzufallen wie ein bunter Hund, dem ein Megaphonträger vorauseilt, der da verkündet: HIER KOMMT DER FOTOGRAF! (Ja, und ich habe auch keine Lust mehr, gefragt zu werden: „Kommen wir jetzt ins Fernsehen?“).
Zu analogen Zeiten war das alles kein Thema: zwischen Minox, Rollei und den sonstigen üblichen Verdächtigen fand sich immer eine schöne passende Sucherkamera, mit denen man sehr privat und sehr hochwertig fotografieren konnte. Leider ist diese Kultur im digitalen Leben bisher nicht so richtig angekommen. Die Industrie schielte zu sehr auf die Knipser und hat die Fotografen schnöde links liegen gelassen.
Bis jetzt. Jetzt soll die Fujifilm X100 kommen. Aber erst im März. Bis letzte Woche fand ich diese Option noch OK. Heute nicht mehr. Ich will _jetzt_ mein fotografisches Tagebuch pflegen und Spaß haben und Gefühle ausleben.
Also habe ich mich einfach von Vorbildern leiten lassen und bin einen Kompromiss eingegangen. Die Lumix DMC-LX5 mit elektronischem Aufstecksucher ist es geworden. Der Händler meines Vertrauens hatte sie vorrätig, die Lady am Verkaufstresen erwies sich trotz nicht wegzudiskutierender Jugend als erstaunlich kompetent, und so wechselten eben mal locker 650 Euro den Besitzer.
Für ein kleines Teil. Für ein leichtes Teil. Das in meine Jackentasche passt. Und in die Aktentasche sowieso. Es kann auch Filme machen – was für ein Spaß! Und in guter Qualität. Und mit Optionen, die offensichtlich auch an die Kreativen unter den Nutzern gerichtet sind. Vor ein paar Jahren hätte so etwas noch richtig Kohle gekostet.
Foto: Christian Ahrens

Foto: Christian Ahrens

Und: dank etwas größerem Sensor, lichtstarkem Leica-Objektiv (2.0 -3.3), effizientem Anti-Wackel, brauchbarem elektronischem Sucher usw.: die Kamera schlägt sich wacker. Ich würde sagen, bis 400 ASA bis A3, bis 800 ASA locker bis A4. Braucht man wirklich mehr, um seine Ideen auszudrücken?
Die Fujifilm habe ich nicht vergessen. Aber meine Ungeduld hat sich doch gelegt. Ich habe ja jetzt eine Kleine, eine Feine. Immer. Dabei.

Keine Ausreden mehr für private Projekte!
Ich freue mich drauf.