Industriefotografie on location: Auf der Gondel einer Windkraftanlage

Als Industriefotograf hat man das Privileg und das Vergnügen, immer wieder an erstaunliche Orte und außergewöhnliche Locations zu kommen. Für die Firma alki Technik GmbH aus Ingolstadt, die Spezialwerkzeuge für die Windkrafttechnik produziert, sind wir diesmal auf eine Windkraftanlage gestiegen. Wir haben sowohl im Inneren der Anlage fotografiert als auch zum Schluss in der Nabe der Gondel. Und da gibt es diesen wundervollen Moment, wenn man aus der Gondel aussteigt und einen leicht abwärts gehenden Weg zum Einstieg in die Nabe entlang geht. Es ist großartig da oben, man hat einen phantastischen Blick und ist an einem Ort, den nur ganz wenige Menschen üblicherweise aufsuchen dürfen. Leider drängt die Zeit, ein Gewitter zieht auf, deshalb bleibt nur ein kurzer Moment des Innehaltens, wir müssen ja noch die Motive in der Nabe umsetzen…. Ein schnelles Winken zur Drohne – und weiter geht es mit der Fotoproduktion. Das sind magische Momente!

 

Industrie Fotograf - Industriefotograf - Köln - Christian Ahrens

Spezialwerkzeuge im Einsatz: Industriefotografie in einer Windkraftanlage

OP-fest? Endlich bestätigt!

Wenn unsere Kunden so einen kleinen besorgten Blick bekommen und fragen: Ist das in Ordnung für Sie? Sie müssten auf einen Kran klettern! Dann lächeln wir immer breit und sagen mit voller Überzeugung: „Kein Problem!“ Wir waren schon (fast) überall (drauf, drunter, drin usw. ….)

Und das stimmt auch: In höchsten Höhen, Unter Tage, in Druckkammern, in Hitze, im Umfeld von Sprengungen, auf Hoher See usw. – wir waren wirklich schon „überall“ und haben Freude daran, sind neugierig und voller Begeisterung, was es bei unseren Kunden zu entdecken und in starke Fotografien zu überstzen gibt.

Sind wir auch Operations-fest? Hmmmm. Also, bisher wusste ich das nicht wirklich sicher. Bis uns kürzlich eine Anfrage der Kliniken der Stadt Köln erreichte. Natürlich haben wir zugesagt und sind den Job an einem frühen Morgen dieses Sommers frohgemut angetreten.

Industriefotograf Christian Ahrens bei einem OP-Shooting in einem Operationssaal der Kliniken der Stadt Köln

Faszinierend: die OP zu fotografieren war vollkommen problemlos. Man hat das selektive Sehen. Man nimmt die Kamera zwischen sich und die Realität. Aber: das nachträgliche Betrachten und Bearbeiten der Bilder war da schon wesentlich aufregender und auch irritierender. Da liegt wirklich alles dem Auge des Betrachters ausgesetzt, in der Schärfenebene, offenkundig, mit gelenkter Aufmerksamkeit.

Ist das fotografische Bild womöglich „stärker als die Wirklichkeit“? Man könnte es fast meinen. Den eigenen Blick kann man aktiv lenken – und ablenken. Beim Betrachten einer zweidimensionalen Fotografie ist das eigentlich nicht mehr möglich. Eine sehr spannende und interessante Erkenntnis.

Beeindruckt hat uns außerdem die gute Atmosphäre, die konzentrierte Professionalität und das präzise Können des Chirurgen und des medizinischen Fachpersonals. Ein nachhaltiges Erlebnis!

Industriefotograf: der schönste Beruf der Welt

Als Fotograf hat man ein ganz besonderes Privileg: man erlebt bei jeder Produktion etwas Neues, schlüpft in ungewohnte Rollen, sieht Locations, von denen man vorher nicht zu träumen gewagt hatte und ist vielseitigen, spannenden und mitreißenden visuellen Erlebnissen ausgesetzt. Unter Tage, in hohen Höhen oder auf dem Wasser: wir fühlen uns überall wohl und freuen uns über die Erlebnisse und Menschen, die uns dabei begegnen.

Im Moment haben wir es mit maritimen Themen, wie es scheint. Vor zwei Wochen durften wir auf einem Minenjagdboot der Bundesmarine in Kiel fotografieren, vorgestern brachte uns eine Fotoproduktion in den Duisburger Industriehafen.

Und dass man sich dann unversehens am Steuerstand eines Schiffes wiederfindet, machte den Tag besonders spannend: für ein paar Minuten die Rolle gewechselt – vom Fotografen zum Steuermann. Toll !

Christian Ahrens Industriefotografie Rhein Binnenschifffahrt

Bekenntnisse eines Fujifilm X-Fotografen

Seit der Photokina 2010 bin ich X-Fotograf. Da war ich am Stand von Fujifilm und begrabbelte entzückt ein Modell der gerade vorgestellten Fujifilm X-100. Bei der funktionierte außer dem revolutionären Sucher zwar noch nichts, aber ich wusste, dass ich mir diese Kamera kaufen würde. Das habe ich rund ein halbes Jahr später auch getan. Dann kam Fujifilm mit der XE-Reihe und der Möglichkeit, Wechselobjektive zu verwenden. Ich liebte sie. Dann habe ich sie auf einem Segeltörn in die Ostsee geworfen (in trauter Gemeinsamkeit mit einem weiteren Objektiv und einem iPad). Shit happens. Eine zweite XE-1 wurde angeschafft, weitere Objektive. Und jetzt – vor wenigen Tagen erst – die XE2. Ich bin X-Photographer. Mit Leidenschaft und Liebe. Ein Bekenntnis und eine Einladung.

Rückblende. Ich erinnere mich genau an meine ersten drei Fotos, mit denen ich zum ersten Mal mein Lebens- und Wahrnehmungsgefühl ausgedrückt habe: ein perspektivisches Foto von einem Bahngleis im Winter. Ein langer Schatten von mir selbst auf verschneitem Feld mit Spuren im Schnee – und ein Düsenflugzeug mit langen Kondensstreifen vor einem stahlblauen Himmel. Da war ich 16 Jahre alt, und es waren Bilder, wie sie auf dem Cover des Doppelalbums „A nice pair“ von Pink Floyd hätten erscheinen müssen, wenn sie viel früher entstanden und viel besser gewesen wären. Es die Geburtsstunde von einer bis heute lebenslangen Leidenschaft für das Bildermachen. Diese Bilder fotografierte ich mit der 35mm Yashica-Sucherkamera meines Vaters auf Kodachrome Diafilm. Schau einer an.

Zeitsprung. Wir schreiben das Jahr 2010. Die fotografische Welt ist digital geworden. Leistungsfähige digitale Spiegelreflexkameras dominieren das Geschehen, flankiert von überflüssigen digitalen Kompaktkameras. Ich bin in meinem fünften Jahr als Berufsfotograf. Ich fotografiere mit Canon, überwiegend Corporate-Produktionen, B-to-B. Ein erstes großes Projekt in der Industriefotografie ist realisiert. Zusammen mit meiner Kollegin fassen wir Fuß in der Welt der Technologie, der Arbeit und der Produktion. Natürlich haben wir das passende Equipment dafür. Natürlich die dicken Bodies und die voluminösen Objektive. Und alles, was das unsere Zeit an notwendiger Technik so zu bieten hat. Wir sind heiß auf die Erschließung unserer Märkte und lieben unser dickes, fettes, starkes und leistungsfähiges Equipment.

Aber da ist auch noch der Schüler in mir lebendig, der seine ersten ernst zu nehmenden Bilder mit einer Yashica 35 fotografiert hat und dessen Oberstufen- und Studentenzeit von einer Minolta XD-7 begleitet war. Der damit sein Lebensgefühl ausgedrückt und die Welt um sich herum erkundet hat. Und der neben der beruflichen Arbeit immer auch wieder den freien Ausdruck sucht. Der auch in seiner freien Zeit, auf Reisen und im Privaten Bilder machen will. Und der keine Lust mehr hat, dafür eine monströse Canon und dicke Zooms zu benutzen. Aber eigentlich auch keine Kompaktkamera mit ihren hinlänglich bekannten Einschränkungen.

Das Erscheinen der Fujifilm X-Serie veränderte die Welt: trotz handlichen Formats keine Schwächen mehr in der Bildqualität. Schöne Festbrennweiten. Lichtstark. Großer Sensor. Und von einer betörenden Gestaltung, als wenn die Kameras aus der Hochzeit der analogen Fotografie in die Gegenwart übersetzt worden wären. Hinreißend.

Mit Wechseloptiken. Und dann setzte Fujfilm noch einen drauf. Die Fujifilm XE-1 sah praktisch genauso aus wie die X100, aber sie hatte die Möglichkeit, die Optiken zu wechseln. Und Fujifilm brachte in schöner Regelmäßigkeit handliche, smarte und intelligent abgestimmte Objektive auf den Markt. Und nicht wie die (erwachenden) Mitbewerber lauter unpassende Konsumer-Zooms, sondern überwiegend wunderbare kleine, feine, lichtstarke Festbrennweiten. Es war, als ob die Geschicke dieses Unternehmens von einem Fotografen geleitet würden, der seinen Cartier-Bresson verinnerlicht hat und für den Magnum kein Fremdwort ist. Fujifilm brachte eine Roadmap. Und was erstaunlich ist: sie hielten sich daran. Nicht immer genau in time, aber trotzdem zuverlässig. Das sind wir Fotografen von unseren Herstellern nicht gewohnt. Fujifilm lieferte hier eine blitzsaubere Vorstellung, weit jenseits von kurzfristigen Versprechungen und atemlosen Strategiewechseln. Daran änderten auch die verschiedenen technischen Probleme bei einigen Kameramodellen nichts, zumal sich der Hersteller um eine zügige und kulante Abwicklung kümmerte.

Exkurs. Wozu eigentlich eine eigene Kamera für das freie Fotografieren?Rein technisch kann man das beruflich genutzte Equipment natürlich auch für das freie Fotografieren nutzen. Am Anfang habe ich das auch getan und aufopferungsvoll 70-200mm Objektive durch Griechenland geschleppt. 2.8er natürlich. Aber das hört irgendwann auf, nicht nur, weil Volumen und Gewicht hoch ist, sondern vor allem aus einem anderen Grund: es ist einfach nicht das richtige Werkzeug.

Eine Canon 1DsIII oder 1Dx ist ein monströses Gerät, in (fast) allen technischen Belangen ganz vorne dabei. Sie ist groß. Sie ist beeindruckend. Sie ist schwer. Sie ist ein Fotografiercomputer von höchster Präzision. Sie ist ein Monster. Sie ist geschaffen worden, um Kunden zu beeindrucken. Sie ist genau richtig, wenn man bei einem Fotoprojekt in Industrie und Wirtschaft als Fotograf auftaucht und eine Aufgabe zu lösen hat. Etwas in dieser Art wird von einem Profi erwartet. Und als Nutzer solcher Kameras ist man froh und dankbar über die Zuverlässigkeit, Robustheit und Leistungsfähigkeit von diesen Dingern. Sie ist ein Sicherheitsversprechen: dem Fotografen und dem Kunden gegenüber. Sie ist „offiziell“. Niemand nimmt einem übel, dass sie groß aber auch irgendwie abschreckend aussieht. Ich schätze meine Canons. Aber ihre Seele habe ich noch nicht gefunden.

Wenn man als Fotograf auf der Suche nach den feinen Tönen ist, wenn man die Poesie des Alltags sucht, wenn man dem Geschehen auf der Straße die kleinen Geschichten abringen oder von geliebten Menschen intime Portraits machen möchte: dann ist ein monströser Fotografiecomputer nicht das richtige. Im Gegenteil, damit stört man seine Gegenüber und zerstört Ambiente und Stimmung. Der Fotograf hinter einer großen Canon oder Nikon (oder Sony usw.) wirkt bedrohlich. Im schlimmsten Fall bekommt man sogar richtige Probleme und wird von irritierten Mitmenschen gefragt, was das denn soll.

Unsichtbar. Mit einer X-Kamera in der Hand (und einem Wechselobjektiv in der Tasche) ist man als Fotograf nahezu unsichtbar. Man wirkt (schlimmstenfalls) wie ein knipsender Tourist und im besten Fall wie ein bedauernswerter Typ, der noch mit Opas Schrottknipse hantiert. Ich habe Menschen im öffentlichen Raum aus ein oder zwei Meter Entfernung fotografiert – und sie haben es nicht einmal zur Kenntnis genommen. Man erscheint genauso bedeutungslos wie irgendein Passant, der mit seinem Mobilphone herumhantiert. Das Kurzzeitgedächtnis unserer Mitmenschen filtert den Vorgang einfach aus. Nicht beachtenswert. Uninteressant. Eine ideale Voraussetzung für unbeschwertes Fotografieren und für das Festhalten besonderer Momente. In der Öffentlichkeit. Auf der Straße. Aber auch zwischen vertrauten Menschen, einfach in jedem Zusammenhang.

Verheißung des Bildermachens. „Zwei Gehäuse, drei Objektive, ein halbes Dutzend Filme in den Hosentaschen. So zogen sie los, erlebten, was sie fotografierten, und fotografierten, was sie erlebten.“ – So schreibt Freddy Langer 1989 in einem Essay über die Fotoagentur Magnum. So kann man mit den X-Kameras auch heute wieder losziehen: fotografiert man frei, braucht es sogar nur ein Gehäuse, denn die Entscheidung über Empfindlichkeit, Farbe oder Schwarz-Weiß kann man adhoc oder im Nachhinein treffen. Man braucht kein Sicherheitsnetz. Und die Filme muss man auch nicht mehr herumtragen.

„Das Leben sehen, die Welt sehen, Augenzeuge großer Ereignisse sein, die Gesichter der Armen und das Gehabe der Stolzen erblicken – Maschinen, Armeen, Menschenmassen, Schatten im Dschungel und auf der Mondoberfläche; die Werke des Menschen sehen, seine Gemälde, Bauwerke; Dinge wahrnehmen, die Tausende von Kilometern entfernt sind, hinter Mauern, in Innenräumen, an die heranzukommen gefährlich ist; Frauen, die Männer lieben, und Scharen von Kindern; sehen und am Sehen Freude haben; sehen und staunen; sehen und belehrt werden.“

Ja, das ist das dank eines aktuellen Kinofilms frisch in Erinnerung gerufene Motto der legendären Zeitschrift „Life“, dem Inbegriff für Bildreportagen und Fotostrecken. Nur eine Erinnerung an die goldene Zeit der Fotografie? Nostalgie? Hinweggeschwemmt von Fernsehen und Internet? Oder eine Mahnung an etwas, was jederzeit in den Augen und im Herzen eines Fotografen wieder entstehen kann, auch wenn es vielleicht an Medien mangelt, die solche Bilder zeigen und bezahlen wollen?

Ich glaube, letzteres ist der Fall, und die Vermittlung seiner ganz speziellen und individuellen Sicht auf die Welt mittels Fotografie hat eine lange und vielversprechende Zukunft, auch wenn sich die Medienwelt sehr gewandelt hat und mit der der 70er Jahre nicht mehr vergleichbar ist. Sensible und aufmerksame Lichtbildkünstler werden auch weiterhin die Welt erforschen, ihnen besondere Momente abringen, Sichtweisen darlegen und in Ausstellungen, Fotobüchern oder gedruckten Bildstrecken eine Öffentlichkeit finden. Das können schwere und schwierige Thmen sein. Und das können Alltagsmomente sein, wie sie einem täglich begegnen und die man von Zeit zu Zeit erhascht und später vielleicht zu einer Serie zusammensetzt. Dafür braucht man das richtige Werkzeug. Meine Leser wissen ja bereits, wofür ich mich entschieden habe. Fujifilm ist die Leica unserer Zeit.

Und Leica? Moment mal. Leica gibt es doch auch noch, und sogar Leica hat es geschafft, vor Fujfilm mit digitalen Kameras den Markt zu betreten. „Life“, „Magnum“ und die Namen der großen Fotografen sind untrennbar mit dem Namen Leica verbunden, der schnellen Reportagekamera aus dem Hause Wetzlar / Solms. Auch Leicas sind vergleichsweise klein, basieren auf dem Prinzip einer Sucherkamera und erfüllen die Reminiszenzen an die glorreiche Zeit der Fotografie in besonderer Weise. Warum habe ich also nicht viel früher eine digitale Leica erworben, um meinen Absichten und Gefühlen zu frönen?

Darauf gibt es zwei Antworten: eine naheliegende und eine entscheidende. Die naheliegende: Leica ist sehr teuer. Und die entscheidende: Leicas letzte innovative Idee stammt aus dem Jahr 1924.

Als sich Ernst Leitz II. entschied, die Kleinbildkamera Leica in Großserie zu fertigen, war das sowohl eine technische Großtat, als auch sensationell mutig. Aber dank eines überragenden Konzeptes in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit dennoch sehr erfolgreich. Die Leica reüssierte zur Reportage-Kamera schlechthin und wurde bis Ende der 60er Jahre von vielen Profis genutzt. Ab dann verschlief der Hersteller praktisch jeden Paradigmenwechsel: Die Spiegelreflextechnik, den Autofokus und die Digitalisierung. Bis heute kultiviert Leica das M-Konzept als Flaggschiff. Vor kurzem hat Leica die Leica T herausgebracht und erneut die Chance auf eine Erneuerung ausgeschlagen. Leica wird die M-Kuh melken, bis sie zusammenbricht. Vermutlich immer wieder mal auch im Louis-Vuitton-Kleid oder in paillettenbesetztes Straußenleder gekleidet. Das ist schade. Das ist rückwärtsgewandtes Altherrendenken und näher an der Vitrine als an der lebendigen Erkundung unserer Welt mit der Kamera. Leica hätte mit der T-Serie alles tun müssen, die eigene M-Reihe zu kannibalisieren, etwas Neues zu schaffen und die Zukunft zu sichern. Das wird wohl (vorerst) nicht geschehen.

Ich will gar nicht so sehr auf den Marken herumreiten. Ich freue mich, dass es Leica wieder gut geht und dass sie gute Geschäfte machen. Ich will auch gar nicht die Leistungen von Olympus, Sony oder Samsung schmälern, die eigene Konzepte für eine menschliche, handliche und liebenswerte Kameragattung entwickelt haben. Es geht mir nicht um einen Markenvergleich. Es geht mir um ein Fotografier- und Lebensgefühl. Es geht mir aber auch darum, mich beim richtigen Hersteller gut aufgehoben zu fühlen.

Das also ist mein Bekenntnis als X-Photographer. Natürlich wird sich auch hier noch viel tun, und die Wünsche – auch meine – an die Kameras aus dem Hause Fujifilm sind längst nicht alle erfüllt. Aber man kann damit etwas besonders gut tun, und das ist außerordentlich und wunderbar: man kann seine Gefühle und seine Weltwahrnehmung mit leichter Hand und mit leichtem Gepäck in Bildern ausdrücken. Das haben Fotografen seit 150 Jahren immer wieder und zum Teil unter größten Schwierigkeiten getan. Von der zentnerschweren Nass-Kollodium-Kameraausrüstung bis zur taschentauglichen Fujifilm X-Serie war es ein weiter Weg. Wir leben in einer phantastischen Zeit. Ich bin glücklich, heute Fotograf zu sein.

 

Über den Fotografen:

Ich lebe und arbeite als Berufsfotograf in Köln. Schwerpunkte sind die Themen Business, Industrie, Technologie, die Welt der Arbeit sowie Medienprojekte zum Thema Personalmarketing. Seit 2010 beitreibe ich zusammen mit der Fotografin Silvia Steinbach die Unternehmung „Ahrens+Steinbach Projekte – Zukunft fotografieren“. Im Rahmen dieser Tätigkeit entstehen bildbasierte Projekte wie Ausstellungen und Bilddatenbanken zu Zukunfts-Themen und Zukunfts-Technologien. Ahrens+Steinbach werden von der Hamburger Fotorepräsentanz „fotogloria“ international vertreten.

Freie Arbeiten veröffentliche ich auf meinem Blog Lookoutpoint.info

Freie Arbeiten, entstehende Serien, die Freuden des Prints und das Platz-Problem

Das Atelier des Kölner Industriefotografen Christian Ahrens

Hallo Fotografen,

in Zeitschriftenbeiträgen, auf Blogs oder in Foren propagiere ich ja immer wieder mal die Freuden des Prints: dass man seine Fotografie nicht nur als „Pixelprojekt“ sehen sollte, sondern dass sie auch im digitalen Zeitalter eine analoge, haptische und körperliche Seite hat: the truth is in the print.

Es macht Freude mit großen oder kleinen Papierausdrucken umzugehen, Bücher zu gestalten oder Fotos zu rahmen und an die Wand zu bringen. Meines Erachtens ist der Print eine genuine Erscheinungsform der Fotografie, auch heute noch. Zu Zeiten der Negativfotografie wurde das Foto erst im Print sichtbar – in der Diafotografie jedoch erst in der Projektion, die ja auch schon eine Art Virtualisierung war. Aber auch in den Hochzeiten von Kodachrome und Ektachrome: das Arbeitsergebnis von Magazin-, Werbe- oder Corporate-Fotografen erschien letztlich in Zeitschriften oder in Broschüren, auf Plakaten usw. Gedruckt eben.

Ich bemühe mich, diese Verbindung aufrecht zu erhalten und drucke recht fleißig, nicht nur Bilder aus meiner freien Arbeit, sondern auch Fotos aus kommerziellen Zusammenhängen. Was gedruckt wurde, wird dem Vergessen entrissen, man kann wieder darüber stolpern, darauf stoßen, und eine angefangene Serie bleibt so auch im Gedächtnis, wird weiter verfolgt und hoffentlich irgendwann abgeschlossen. Für solche Arbeitsdrucke ist mein bevorzuges Format eine durchgeschnittene A3 plus-Seite: dabei kommt ein Format von ca. 33 x 24 cm heraus, das mir gut gefällt, weil es sich erkennbar vom A4-Büroformat unterscheidet und an das gute alte 20 x 30 Fotopapierformat vergangener Zeiten erinnert.

Aber Print hat auch ein Problem: es braucht (mehr) Platz. Wer kennt das Thema nicht: angefangene Serien dämmern in Fotoschachteln vor sich hin, liegen in ungeordneten Stapeln und versinken tendentiell im Chaos eines tätigen Lebens.

Schon lange halte ich daher Ausschau nach einem geeigneten Archivsystem. Aber die klassischen Graphik- oder Planschränke sind mir einfach zu groß (A1 oder größer), und für Formate bis A2 gibt es keine Anbieter. Also habe ich eine schnell zu realisierende, gut aussehende und gut funktionierende Lösung gesucht und gefunden. Basis sind die Expedit-Ikea-Regale, aus denen mein Graphik-Arbeitstisch besteht. Nach einem bißchen Ausmessen und Aufschreiben und Montagekleber+Birkensperrholzplatten-Besorgen war dann überrraschend schnell eine gut aussehende Lösung für die drängenden Lagerprobleme gefunden – siehe Bild oben.

Mit den insgesamt 16 Holzplatten habe ich so immerhin eine Ablagefläche für 20 thematisch geordnete Serien, für mein visuelles Tagebuch, für meine Belegprints usw. gefunden. Reicht das? Leider noch nicht, aber die wichtigsten Themen haben nun erst einmal ihren Platz. Und ich habe ja auch noch ein paar mehr Regale dieser Art. Was noch fehlt, ist ein cooles und attraktives (und wechselbares) Beschriftungssystem, damit ich nicht jedesmal die Blätter herausziehen muss, um zweifelsfrei festzustellen, in welchem Fach ich gerade unterwegs bin. Hier suche ich noch nach einer guten Lösung, die auch gestalterisch überzeugt.

Das Atelier des Kölner Industriefotografen Christian Ahrens